#22 – #24: Im Gespräch mit Dominik Forster Teil 1-3

Dominik Forster ist Exjunkie, Exdealer, Exknacki, Bestsellerautor und erfolgreicher Coach.

 

Dominik hat fast 3 Jahre im Hochsicherheits-Jugendknast gesessen, ist heute clean und besucht regelmäßig Schulklassen.

Der Autor hat seinen Weg in die Drogensucht und zurück ins Leben in zwei autobiographischen Büchern veröffentlicht, die mehrfach ausgezeichnet wurden.

Auszüge Dominik Forster seinem Leben und seiner Geschichte mit Drogen

Mobbing in der Schule, ein alkoholkranker Vater und der überwältigende Wunsch „cool“ zu sein und endlich dazuzugehören – all das prägte die Jugend von Dominik Forster und bewegte ihn dazu, sich die Anerkennung von Gleichaltrigen durch Rauchen, Trinken und Kiffen zu erkaufen. Innerhalb kürzester Zeit brachten ihn falsche Freunde zu den harten Drogen Speed, Ecstasy und schließlich Crystal Meth.

Nach Jahren der Abhängigkeit und des Dealens folgte dann der Absturz: Eine Überdosis hätte ihn fast das Leben gekostet, er hatte schwere Halluzinationen von krabbelnden Käfern unter seiner Haut und wurde schließlich verhaftet. Durch die Therapie während und nach seinem Gefängnisaufenthalt konnte Dominik Forster schließlich ein neues Leben beginnen.

Seit inzwischen sieben Jahren ist er absolut clean und hat sein Leben der Drogenprävention gewidmet, indem er ehrenamtlich Aufklärungsarbeit in Schulen und Jugendeinrichtungen leistet.

 

Dominik sagt dazu: 

Meine Eltern haben wahnsinnig viel geraucht, jeder mindestens 40 Kippen am Tag. Und immer parallel. Unsere Wohnung war total verqualmt, ich hasste das. Mir war als Kind nicht bewusst, dass mein Vater Alkoholiker ist. Das habe ich erst später herausgefunden. Für mich war das normal. Ich bin zwischen vollgestopften Aschenbechern und Bierflaschen aufgewachsen.

Von 17 bis 19 habe ich jeden Tag gekifft. Ich wollte so viel wie möglich zu mir nehmen. Zu der Zeit hatte ich zwei Freundeskreise: Mit dem einen habe ich Joints geraucht, mit dem anderen Speed gezogen und Ecstasy geworfen. Meine Wochenenden waren eine einzige Party.

Unter der Woche habe ich in der Firma meines Papas eine Ausbildung zum Kaufmann für Bürokommunikation gemacht. Mein Ausbildungsgehalt von 400 Euro hat am Anfang super gereicht für alle möglichen Drogen. Doch dann wurde es immer mehr. Am Tag habe ich bis zu 50 Bong-Köpfe geraucht und fünf Gramm Speed gezogen. Ich habe dann selbst gedealt – Gras, Speed, Ecstasy. Wobei ich auch sagen muss: Ich war mein bester Kunde. In zwei Jahren habe ich zwei Kilo Speed geschnupft. Verkauft habe ich nicht viel, vielleicht ein paar Hundert Gramm.

Mein Körper hat irgendwann angefangen zu rebellieren: Ich habe die ganze Zeit gekotzt, weil ich von dem Speed völlig zerstört war. Dann kam noch die Paranoia dazu. Ich dachte, ich habe Käfer unter der Haut, die ich mir rausschneiden muss – und ich habe das auch getan.

Als ich Ende 2012 aus der Therapie kam, gab es mein Zuhause nicht mehr. Ich habe realisiert, dass mein Vater schwerer Alkoholiker war. Er saß nur noch vor der Glotze und hat sich in die Hose gemacht. Meine Mutter war süchtig nach Schmerzmitteln, hat sich in meinem alten Kinderzimmer eingesperrt und sich dort geritzt. Im ersten Jahr nach der Therapie war ich obdachlos, habe mal da gepennt, mal dort. Ich war zu der Zeit 24, hatte 23.000 Euro Schulden, war drogensüchtig, paranoid und kam gerade aus dem Knast. Ich brauchte Hilfe. Ich musste mein Leben umkrempeln.

In Nürnberg habe ich schließlich eine kleine Wohnung gefunden – schimmlig, versifft, ein totales Loch. Da saß ich dann, hochtraumatisiert und total kaputt. Ich hatte keine Ahnung, was ich mit meinem Leben anfangen soll. Ich lebte von Tag zu Tag und fragte mich, warum ich überhaupt noch da war.

Bei der Drogenberatung Mudra habe ich den Sozialarbeiter Norbert Wittmann kennengelernt und ihm erzählt, dass ich noch nie ein Buch gelesen habe. Ich wollte aber ein Buch über meine Geschichte schreiben. Wittmann ist in Schulen gegangen, 

um die Schüler über Drogen aufzuklären und hat mich eines Tages mitgenommen. Das hat richtig gut funktioniert, obwohl ich nur meine verrückten Storys erzählt habe. Alle haben zugehört. Man hätte eine Stecknadel fallen hören. Da 

wusste ich: Das ist deine Aufgabe.

 

Seitdem gibt Dominik ehrenamtlich Drogenbriefings an Schulen und versucht, Schüler mit seiner Geschichte aufzuklären und wachzurütteln. 

Wir haben uns aber nicht nur über seine Lebensgeschichte unterhalten sondern viel darüber, was wir Eltern über Drogen wissen sollten, wie wir damit umgehen können und warum Kinder Drogen nehmen. 

DominikForster

Wir haben uns über folgende Fragen bezüglich Eltern und dem Umgang mit Drogen unterhalten: 

  • Was fällt alles in die Kategorie Drogen? 
  • Woran merkt man, dass sein Kind Drogen nimmt? Gibt es Indikatoren dafür? 
  • Wie hast du die Drogen finanziert?
  • Wie haben sich das die Kids finanziert, die du erlebt hast?
  • Was sollte man als Eltern tun, wenn man den Verdacht hat, dass sein Kind Drogen nimmt?
  • Gibt es einen Unterschied wie man reagieren soll in der Art der Droge (gehe ich anders damit um wenn mein Kind x konsumiert als bei y)?
  • Was bewirken die Drogen bei den Kindern, welche Langzeitfolgen können sein?
  • Hast du einen Tipp wo man noch hingehen kann um sich Rat zu holen und wie realistisch sind die Tipps, die man dort bekommt?
  • Was räts du Kids?
  • Was räts du betroffenen Eltern?

Dominik hat auf alle Fragen offen und aus dem Leben geantwortet. Er klärt uns über Badesalze, Kodein in Hustensaft und Kräutermischungen auf. Warum ist Cannabis nicht so schlimm wie eine Kräutermischung rauchen und wie besorgen sich die Jugendlichen heutzutage ihre Drogen? 

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