Wer will, der kann: Buchtitel und Lebenseinstellung von Calvin Hollywood

Calvin Hollywood ist Fotograf, Speaker, Unternehmer und Buchautor. In erster Linie kennen ihn viele Menschen durch seine YouTube-Videos oder Instagrambeiträge als Influencer. 

Calvin Hollywood ist auch Vater von Zwillingen im Teenageralter und spricht in dieser Podcastfolge darüber, wie er als Influencer seinen Kindern den Umgang mit Social Media beibringt.

 

Calvin Hollywood

„Schönes Format, schöne Mission, die du da hast“ so Calvin Hollywood 

Es gibt nicht viele solcher Interviews mit dem erfolgreichen Speaker und Influencer Calvin Hollywood. Für den Pubertät-Überlebens-Trainings-Podcast hat er sich jedoch Zeit genommen. 

Als Vater und Influencer ist es in doppelter Hinsicht seine Aufgabe, Vorbild zu sein. Ihm ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche wissen, wie Social Media funktioniert und Teenies lernen, damit umzugehen. Calvin ist in viele Projekte involviert und hat so die Möglichkeit, etwas nach außen zu tragen und die Leute zum Nachdenken zu animieren. 

Die Bezeichnung Influencer hinterlässt mittlerweile einen bitteren Beigeschmack. „Ich würde eher sagen, ich bin Creator. Ich erstelle Inhalte für Menschen und, klar, habe da auch eine Verantwortung, weil eben viele auf mich hören“, erklärt Calvin im Interview.

Calvin Hollywood Influencer

Calvin Hollywood: Es gibt klare Regeln im Umgang mit Social Media: Für mich ist es Beruf, für euch ist es Spaß

Calvins Kinder sind 12 Jahre alt, stehen am Anfang der Pubertät und haben natürlich ein Handy. Die beiden sind voll drin in dieser Phase! Es gibt jedoch Regeln: Handyverbot und Elektroverbot, bei dem auch andere elektronische Gräte tabu sind. Es wird u.a. darauf geachtet, dass Calvins Kinder aus allen Whatsapp-Gruppenchats raus gehen und sie keine Instagram Liveübertragung starten. 

Die Zwillinge dürfen konsumieren, aber haben klare Grenzen, wenn es darum geht, sich selbst in den sozialen Netzwerken zu präsentieren. Das hat natürlich auch damit zu tun, dass Calvin Hollywood als erfolgreicher Influencer fast 73 Tausend Follower auf Instagram hat. Das ist eine enorme Reichweite und für viele Teenager eine Art Währung

In ihrer Klasse bin ich ja fast schon ein Held“ berichtet Calvin. Da bleibt es nicht aus, dass die Klassenkameraden oder auch die Zwillinge selbst seine Beiträge kommentieren. Der Speaker meinte jedoch kritisch, dass nicht jeder Inhalt für Teenager geeignet ist. „Ich kann nicht immer ein perfektes Vorbild sein“. 

Calvin Hollywood

Wenn Calvin Hollywood zum Beispiel in seinem Vlog (Videoblog) erklärt, wie toll es ist, sich selbstständig zu machen, suggeriert das einem Teenager vielleicht, dass die Schule nicht wichtig ist, weil sich ja einfach jeder selbstständig machen kann. Das ist natürlich Quatsch und solch ein Content eher für Erwachsene geeignet, die sich beruflich weiterentwickeln wollen. Seine Kinder bekommen aber auch mit, wie viel Zeit  ihr Vater am Handy verbringt. Das bedeutet nicht, dass sie es ihm nachtun können. 

„Nur weil ich das jetzt mache, heißt das  nicht, dass ihr das dürft.“ so Hollywood zu seinen Kindern. 

„Nur weil ich jetzt einen Vlog machen darf auf YouTube, heißt das nicht, dass ihr das machen dürft“ verdeutlicht Calvin. So wird das ausführlich erklärt und kommuniziert und dann ist das auch okay. 

Der Influencer würde seine Kinder immer unterstützen, wenn sie ernsthaft später einen ähnlichen Weg einschlagen möchten, wie er. Dabei ist ihm allerdings wichtig, dass dies Schritt für Schritt passiert und vernünftige Inhalte produziert werden. Daher gibt es bis jetzt noch ein klares Verbot, was dies angeht, auch wenn immer mal nachgefragt wird, ob sie nicht doch schon Videos auf YouTube veröffentlichten können. 

Werden Regeln mal gebrochen, kommt das Handy auch mal ganz weg. „Da erziehen wir sehr bestimmend“ erzählt er. „Beim Essen ist es weg. Da trägt man auch keine Mütze oder sonst irgendwas. Da ist voller Fokus da“, so Calvin weiter. Er fügt auch hinzu, dass sie als Eltern da auch nicht immer perfekt sind. Calvin Hollywood kassierte beispielsweise schon mal einen Strafzettel, weil er das Handy am Steuer in der Hand hielt.

Calvin Hollywood

„Du kannst es nicht vermeiden, dass schmutziges Zeug verschickt wird“ so Calvin Hollywood 

Calvin ist genervt davon, dass Kids so viel am Handy sind, aber weiß auch, dass es nicht zeitgemäß wäre, dies komplett zu unterbinden. Der Rahmen muss abgesteckt sein. Heutzutage wird schon in der vierten Klasse Sexualkunde unterrichtet, dabei sollte in diesem Alter viel mehr darauf geachtet werden, dass die Kids wissen, wie Kommunikation funktioniert. 

Das ist so kontrovers: Sexualkundeunterricht in der vierten Klasse, ja, aber eine Unterrichtseinheit dazu, wie Kinder richtig mit Internet und Social Media umgehen, nein. 

Diese Tatsache ist für den Speaker auch nicht nachvollziehbar. „Es wird sich schon was dabei gedacht. Wahrscheinlich ist es gut so, nur weil ich es nicht verstehe, heißt es ja nicht, dass man es so nicht machen muss“ erklärt er. Die Skepsis bleibt!

„Meine Kinder bekommen vorgelebt, sich auf die Menschen zu konzentrieren, die dankbar und begeisterungsfähig sind“ 

Calvin Hollywood hat eine sehr große Reichweite. Das bringt natürlich auch negative Kritik mit sich. Hater-Kommentare und Beleidigungen bleiben da nicht aus. Er selbst nimmt dies nicht persönlich, sondern weiß, dass es oft der Anonymität des Internets geschuldet ist, Dinge zu äußern, die nicht so gemeint sind.

Seine Frau ist da ein wenig empfindsamer und versteht Hasskommentare gar nicht.

Der Speaker und Influencer nimmt’s gelassen, denn jeder hat auch mal einen miesen Tag und muss Frust ablassen. Und wo geht das einfacher als im Netz? Diese lockere Art mit Hatern umzugehen, merken auch die Zwillinge. Das überträgt sich natürlich auch auf Konfliktsituationen in der Schule.

„Wenn meine Kinder ein Konflikt in der Schule haben, dann wird’s ausführlich erklärt“, berichtet Calvin im Interview.

Calvin Hollywood entschied sich damals dafür, auch Babyfotos seiner Kinder zu posten. Dazu gibt es geteilte Meinungen, aber er fühlte sich mit dieser Entscheidung wohl.

„Ich hab so viel für meine Kinder entschlossen, wo sie vielleicht gar nicht wollen: Zur Schule zu gehen, welchen Kindergarten, usw. Ich entscheide das auch, übernehme die Verantwortung“, verdeutlicht der Influencer.

Ein absolutes No-Go sind natürlich Nacktbilder von deinen Kindern! Die gehören nicht online, aber für alle anderen Fotos muss jedes Elternteil selbst entscheiden und sich wohlfühlen. Er selbst hat noch keine schlechten Erfahrungen damit gemacht, Bilder von sich und seiner Familie und seinen Kindern zu posten.

„Das war ein Prozess!“, erzählt der Speaker. Calvins Kinder haben durch ihn einen tiefen und realistischen Eindruck davon bekommen, wie es hinter der Kamera tatsächlich zugeht.

Namenhafte Influencer wie Dagi Bee, Julien Bam oder Bibi vermitteln in ihren Vlogs oft ein völlig verzerrtes Bild von ihrer Realität. Kinder und Jugendliche wollen ihnen nacheifern, sehen aber nicht, wie viel Arbeit hinter so einer Medienpräsenz wirklich steckt.

„Das wissen meine Kinder ganz gut, weil sie ja meine Welt mitbekommen“, erklärt Calvin Hollywood weiter. Damit auch die anderen Kids wissen, was alles dahintersteckt, „(…) sollte es an jeder Schule ab 11 Jahre das Fach Social Media geben“.

Calvin Hollywood

Aufklärung über und mit Social Media empfindet der Calvin Hollywood als enorm wichtig

„Weil sich vor allem junge Mädchen mit den Fake-Bildern der Idole vergleichen. Das ist ungesund fürs Selbstwertgefühl.“

Bevor ein Bild so perfekt ist, dass es gepostet wird, wird zuvor stundenlang posiert, fotografiert und bearbeitet. Das ist null authentisch und spiegelt nicht die Realität wieder.

„Wenn Kinder da Depressionen bekommen, weil wir können die Werbung nicht verhindern, (…) ist das ein Aufklärungsproblem“, meint Calvin dazu. Die Verantwortung liegt auf beiden Seiten: Bei den Influencern und bei den Eltern.

Fakt ist, Kinder und Jugendliche müssen frühzeitig darüber aufgeklärt werden, dass die Onlinewelt nicht das wahre Leben ist, sondern viel mehr ein Job, für den die Influencer bezahlt werden.

Wer will der kann

Wer will, der kann“: Mein Buch, was ich eigentlich nie schreiben wollte, so Calvin Hollywood. 

Eigentlich wollte Calvin Hollywood nie ein Buch schreiben, nun ist es doch passiert. Zuerst sprach er es nur ein, ließ es jedoch anschließend transkribieren.

Das Buch ist oberflächlich und schneidet viele Themen an, die dem Influencer wichtig waren, wenn du deine Ziele im Leben erreichen möchtest, aber nicht genau weißt, wie.

Wer will, der kann“ ist ein Ratgeber auf knapp 300 Seiten zu den Themen Wohlbefinden, Social Media, Verkauf, Produkte, Ernährung, Sport und Kinder.

„Ich konzentriere mich für meine Kinder und wenn es andere haben wollen, können sie es haben“ sagt Calvin ganz klar. Dass es sogar zum Amazon Bestseller wurde freute ihn dennoch, sein Antrieb waren aber seine Kinder.

Das Buch ist für diejenigen Menschen am wertvollsten, die sich etwas aufbauen wollen und ihr Mindset weiterentwickeln möchten. „Es geht immer darum dem anderen viel zu geben.

Du machst es nicht des Geldes wegen, sondern du willst einer Person helfen“, erzählt Calvin über seine Arbeit.

Diesen Gedanken hat er selbst erst etwas später in sich aufgenommen. Er und seine Frau geben dieses Mindset nun an die Zwillinge weiter und unterstützen sie in ihren Vorhaben.

Du hast Lust bekommen, noch mehr Tipps von Calvin Hollywood über einen achtsamen Umgang im Social Media zu bekommen? Dann hör dir unbedingt die Podcastfolge an.

Inhalt/ Podcast: Kira Liebmann

Blogbeitrag: Susanne Hentsche

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