#11 und #12: Experteninterview mit Patric Heizmann

Patric Heizmann ist einer der erfolgreichsten Ernährungsexperten Deutschlands. Seine bildliche bzw. metaphorische Herangehensweise bringt eine Menge frischen Wind und vor allem neue Denkanstöße in das schon vielfach diskutierte Thema Ernährung.

Patrics Geschichte: 

Ich erinnere mich da an recht dunkle Zeiten als ich noch Teenager war… Naja, ich war, sagen wir mal etwas „flauschig“ gebaut, was wohl nicht zuletzt mit meiner Zentis-Nusspli-Abhängigkeit zu tun haben musste. Ich liebte Snickers-Brötchen und Cola, aber die Mädchen nicht mich. Das ging mir irgendwann so dermaßen auf den Zeiger, dass ich einen Entschluss fasste: es musste sich etwas ändern. Also ging ich mehrmals die Woche ins Fitness-Studio, schließlich war ich hochmotiviert. Und weil ich schonmal dabei war, ernährte ich mich an diesen Tagen dann auch “figurbewusst”: eiweißbetont und zuckerarm. Und zu meinem Erstaunen funktionierte das ganz gut: die überflüssigen Pfündchen tauschten sich in ein paar Muskeln um und auch die Mädchen blickten jetzt plötzlich nicht mehr durch mich hindurch.

So das er sich irgendwann fragte:  ,,Ist das wirklich gut für mich?“

Wieso ist die Ernährung für Jugendliche und ihre Entwicklung so wichtig und welche Rolle spielen wir Eltern dabei?

Bereits während der Schwangerschaft wirkt sich die Ernährung der Mutter unmittelbar auf das Kind aus. Das ändert sich bis zur Pubertät nicht: Die Eltern leben vor und das Kind imitiert.

Man sollte also möglichst früh die nötigen Weichen stellen und das Kind an eine gesunde Ernährung  gewöhnen. Denn es ist wichtig, dem Kind zu vermitteln, dass es die Verantwortung für seinen Körper trägt. Jugendliche müssen verstehen wie nah das Zusammenspiel von Ernährung und körperlichem/emotionalem Wohlbefinden ist. 

Und das geht nur wenn Eltern das selbst verinnerlichen.

Außerdem entscheiden letztendlich ja wir Eltern, was sich im Kühlschrank befindet und das ist auch gut so, denn übermäßiger Zuckerkonsum beispielsweise kann sich enorm auf das Verhalten unserer Kinder auswirken und zu Hyperaktivität führen.

Patrics Tipp: Süßigkeiten zuhause nicht frei zugänglich aufzubewahren. Denn wenn das Kind sich die geliebten Süßigkeiten oder Fertigprodukte dann selbst besorgen muss, ist die Hemmschwelle doch um einiges höher als wenn alles zuhause frei verfügbar herumliegt. 

Welche Risiken bringen einseitige  Ernährungsformen wie z.B. vegan mit sich? 

Wenn sich Menschen einseitig ernähren, ist es besonders wichtig, dass Defizite in der Ernährung auch ausgeglichen werden. Eine intensive Auseinandersetzung mit der Ernährungsform und all ihren Auswirkungen ist also unbedingt nötig! Auch für uns Eltern! Nur so gelingt es uns, Kindern vor Augen zu führen, was ihr Essverhalten in ihrem Körper auslöst. 

Wichtig zu wissen ist, dass es bei dem Ausleben von extremen Ernährungsformen oft um die Identifizierung über eine Gruppe geht. Bei Mädchen ist es oft der Fall, dass die ganze Clique auf einmal nur noch vegan isst. Da machen dann alle mit, schon um nicht ausgeschlossen zu werden.

Patrics Tipp: Wenn dein Kind Teil von so einer Gruppe sein will, solltest du ihm zeigen, welchen Preis sein Körper dafür vielleicht bezahlt (durch Gesprächen, dem Zeigen von Youtube Videos..)

 

Wie verhält es sich mit Nahrungsergänzungsmitteln bei Jugendlichen?

Wichtig ist hier: Ergänzen und nicht Ersetzen! Um den Körper zu unterstützen, schadet es nicht, prophylaktisch Vitamin D und Magnesium zu sich zu nehmen. Patric erklärt außerdem, dass Eiweißshakes tolle Protein-Quellen sind, auch für Kinder.  

Patrics Tipp: Den Eiweißshake mit gefrorenen Früchten vermengen, herauskommt ein leckerer und gesunder Ersatz zur Eiscreme.

Welche Nahrungsmittel fördern die Entwicklung unserer Kinder:

  •           Käse (bevorzugt Demeter-Käse: enthält viele hochwertige Fette)
  •            Eier, hartgekocht oder als Rührei, sind richtige Vitalstoff Bomben
  •           Quark und Jogurt (Protein Quelle)
  •            Nüsse 
  •            Hochwertiges Fleisch (Aufgepasst bei abgepackter Billigware!)
  •            Gemüse

Wichtig: Unsere Kinder müssen mitziehen. Es ist unrealistisch, nur auf den Gesundheitsfaktor zu achten, es muss oft auch praktisch, schnell zu bereitet und lecker sein. Patric hat ein paar super Tipps wie man Fertiggerichte durch gesunde Alternativen ersetzen kann und trotzdem nicht an Zeit oder Geschmack verliert:

Beispielsweise lassen sich Cornflakes ganz einfach mit Vollkornmüsli ersetzen und auch die heiß geliebte Tiefkühlpizza kann man ganz einfach selbst zubereiten. 

Patrics Tipp: Achte auf die Zutatenliste der Lebensmittel. Diese sollte möglichst kurz sein und 5 Zutaten nicht übersteigen.

Alternativen zum ,,uncoolen“ Pausenbrot:

Insbesondere Jugendlichen ist das herkömmliche Pausenbrot in der Box oft peinlich. Patric rät Eltern diesen Punkt mit einzubeziehen und mit seinem Kind Alternativen zu finden, die gut schmecken, konzentrationsfördernd sind und vielleicht sogar eine spannende Abwechslung zum Mensa Essen darstellen: 

Patrics Tipp: Wraps, Bagels, Studentenfutter mit Cranberries oder Rosinen, Smoothies…

Welche Risiken bringen Energydrinks mit sich: 

Das darin enthaltene Taurin und Koffein bedeutet in einer hohen Dosis oft sehr viel Stress für einen jungen Körper. Auch hier ist es für uns Eltern oft schwer den Konsum zu verhindern, da dieser oft aus Gruppenzwang  passiert.

Patrics TippSelbst recherchieren! Und dann seinem Kind Alternativen, die weniger schädlich sind, aber vielleicht trotzdem einen coolen Namen tragen, anbieten.

Finaler Tipp:

Kümmere dich zuerst um dich selbst und deine Ernährung. Andersrum wird es nicht funktionieren. Wir Eltern leben vor! Die Kinder machen nach!

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