#14: Im Gespräch mit Steffen Kirchner Teil 1

Steffen Kirchner ist Motivationsexperte, Lifecoach und Vortragsredner. 

Er kommt aus dem Profisport und hatte dadurch schon früh mit der Entwicklung von Talent und Potential von jungen Menschen zu tun. Egal ob als Spieler selbst oder später als Coach, Themen wie Motivation und Erfolgspsychologie spielten und spielen im Leben von Steffen Kirchner immer eine große Rolle. In ihm kam früh der Wunsch auf, andere Menschen ihr Potential nicht verschwenden zu lassen, sie an der Hand zu nehmen und mit ihn gemeinsam rauszufinden was sie eigentlich wirklich vom Leben wollen. 

„Der Weg ist nie nur geradlinig – manchmal ist es wichtig erstmal zu wissen, was man nicht will und Entscheidungen gegen bestimmte Dinge zu treffen, weil man sich damit auf die Reise macht, um zu finden was man will“

Auch Steffen Kirchner hat sich in verschieden Dingen ausprobiert, bis er schließlich zum Motivationscoaching gekommen ist. Er hat beispielsweise ein BWL-Studium begonnen und obwohl sein Vater eine bekannte Steuerkanzlei betrieb, hat sich Steffen gegen diesen Weg entschieden und das Studium abgebrochen.

„Dein Kind muss und soll nicht die verbesserte Form deines Lebens leben“

Steffen Kirchner sagt dazu: Etwas abzulehnen, dass die Eltern sich für einen wünschen ist hart. Vor allem wenn man selbst noch gar nicht so richtig weiß was man will. Und auch für uns Eltern ist es nicht immer einfach, unseren Kindern dabei zuzusehen, wie sie verschiedene Dinge ausprobieren und sie kurze Zeit später wieder über Bord werfen. 

Steffens Tipp: Prüfe dich selbst, ob du deine ungelebten Träume oder deine eigene Ängste auf dein Kind überträgst. Dein Kind ist nicht deine Version 2.0, bei der du versuchen kannst alles „besser“ zu machen.

Eltern sein bedeutet in seinen Augen: „Einen Rahmen dafür zu schaffen, dass dein Kind seinen eigenen Weg gehen und sein Potential entfalten kann. Wir sind Begleiter aber keine Lehrer. Unterrichte dein Kind nicht darin wie das Leben funktioniert, wenn wir ganz ehrlich sind wissen wir das doch oft selbst nicht.“

Vom Was und Wie zum Warum und Wofür

Anstatt mit unseren Kindern andauernd über ihre Aufgaben und Tätigkeiten (Das Was) zu sprechen und diese zu beurteilen und zu bewerten (Das Wie), rät Steffen Kirchner mehr über die Gründe ihres Verhaltens (Das  Warum) und ihre Wünsche und Ziele (Das Wofür) zu reden.

„Wer sein Warum kennt, hält jedes Wie aus“

Als jemand, der immer nur ein WAS fordert oder ein WIE vorgibt, bist du schnell in einer negativen Position und dein Kind wird sich dir nicht mehr öffnen. Tausche dich stattdessen mit deinem Kind aus. Lass dich auf seine Sichtweise ein. Was sind die Leidenschaften deines Kindes? Welche Träume hat es? Was treibt dein Kind an?

Diese Fragen sind oft sehr viel wichtiger, als das permanente Prüfen der Leistung unserer Kinder. 

Steffen Kirchner

Motivation vs. Willenskraft: Um zu verstehen was dein Kind antreibt, gibt es eine wichtige Unterscheidung:

Die Unterscheidung von Willenskraft und Motivation

Es gibt zwei verschiedene innere Antriebsarten:

Motivation: Das ist die natürliche Antriebskraft, die entweder angeboren oder frühkindlich geprägt ist.  Das Ausüben entspricht dem natürlichen Bedürfnis.

Motivation ist grundsätzlich ein Bedürfnis/ Potential das nicht verbessert oder trainiert werden kann und muss. Wenn ich motiviert bin, dann fallen mir alle Aktivitäten oder Handlungen rund um diesen Punkt sehr leicht und verbrauchen keine Energie. 

Willenskraft: Das ist die bewusst eingesetzte Anstrengung und Energie, um Dinge zu tun, die man nicht aus dem natürlichen Bedürfnis heraus gerne tut. So z.B. gehen viele Menschen aus Willenskraft heraus in Sport oder machen eine Diät. Dies bedeutet für sie Anstrengung und verbraucht Energie. 

Willenskraft ist ein mentaler Muskel, der trainiert werden muss. 

Steffen Kirchners Tipp: Wer immer nur aus der Willenskraft heraus funktioniert, ist irgendwann leer. Disziplin, Hartnäckigkeit und Durchhaltevermögen sind wichtig,  werden unsere Kinder, wenn sie nicht richtig angewendet werden, aber nicht glücklich machen.

Willenskraft ist das Werkzeug, das einen auf Spur hält, um seine Motivation überhaupt ausleben zu können. 

Daher rät Steffen Kirchner „Es ist sehr wichtig, dass Kinder die Balance zwischen diesen beiden Antriebsarten finden.“

Das aktuelle Schulsystem und insgesamt die gesellschaftlichen Ansprüche an unsere Kinder konzentrieren sich viel zu wenig auf diesen Ausgleich. Umso wichtiger ist es, dass wir Eltern das Zuhause tun. Deswegen: Fragt nach und seid im Austausch mit eurem Kind!

 

Teil 2 des Interviews findet ihr in der nächsten Folge 

 

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