Die 5 Sprachen der Liebe. Kennst du sie alle?

Der amerikanische Paartherapeut Gary Chapman hat während seiner langjährigen Arbeit herausgefunden, dass es insgesamt 5 verschiedene Arten gibt, seinem Gegenüber Liebe bzw. Zuneigung zu zeigen. Diese treffen auf alle Konstellationen des Miteinanders zu, stets dort, wo es um Verbindungen geht. Es kann die Familie, die Partnerschaft, die Arbeit oder die Freunde sein. Ich habe mich hier auf den Bereich der Familie konzentriert.

Die 5 Sprachen sind:

  • Anerkennung und Lob
  • Körperkontakt, Zärtlichkeit
  • Hilfsbereitschaft
  • Zweisamkeit
  • Geschenke

Welche Sprache spricht dein Kind?

# 1: Liebende und anerkennden Worte

„Du siehst heute gut aus“ „Ich bin stolz auf dich“ „Das hast du wirklich gut gemacht“ – ist dein Kind sehr empfänglich für Lob und Anerkennung? Und wie ist es andersherum – bekommst du von deinem Kind Anerkennung?
Kinder mit dieser Beziehungssprache loben die Menschen in ihrem Umfeld für alle möglichen und unmöglichen Dinge. Sie sehen oft tolle Leistungen bei anderen und haben auch die Gabe, dies auszusprechen. Sie fühlen sich sehr geliebt, wenn sie Lob und Anerkenennung erhalten. Sie sind sehr empfänglich für alles Gesprochene. Wenn du einen Kind lobst, das diese Sprache spricht, dann blüht es  geradezu auf.

# 2: Zweisamkeit

Es gibt Kinder, denen ist ein Lob weit gehend egal. Sie sprechen vielleicht die zweite Sprache der Liebe: Die Zweisamkeit. Kinder die diese Sprache sprechen, möchten über ihre Erfahrungen, Gedanken und Erlebnisse reden. Ist dies die Sprache deines Kindes, dann fühlt es sich geliebt, wenn es deine ungeteilte Aufmerksamkeit bekommt. Bei der Zweisamkeit geht es nicht darum, dass man etwas zusammen macht, sondern die Zeit, die ihr gemeinsam habt, qualitativ nutzt. Eine Zeit, in der dein Kind deine ungeteilte Aufmerksamkeit hat und umgekehrt. Wenn dein Kind diese Sprache spricht, dann solltest du bitte auf folgende Punkte achten:

1. Halte Augenkontakt, wenn dein Kind mit dir redet. Das hilft dir, dich zu konzentrieren und du schenkst deinem Kind deine volle Aufmerksamkeit

2. Wenn  du deinem Kind zuhörst, solltest du nichts nebenbei tun.

3. Hör genau hin, was dein Kind bewegt, während es spricht und gib ihm Rückmeldung über das was du wahrnimmst. So kann sich deinKind seiner Gefühle bewusst werden und merkt, dass du ihm aufmerksam zuhörst.

4. Beachte die Körpersprache. Manchmal vermittelt die Körpersprache eine ganz andere Botschaft als das gesprochene Wort.

5. Halte dich zurück und unterbricht dein Kind nicht. Es sollte dir in erster Linie darum gehen, seine Gedanken und Gefühle zu verstehen.
Vorsicht: Kinder, die diese Sprache der Liebe sprechen, wollen keine Ratschläge und Hinweise von anderen Menschen, wenn sie sich öffnen, sondern möchten die Aufmerksamkeit des anderen und das Gefühl, verstanden zu sein!

# 3: Geschenke

Für manche Kinder sind Geschenke deren Sprache der Liebe. Wenn diese jemanden beschenken, dann beschäftigen sie sich gedanklich mit dem Beschenkten. Genau das ist der entscheidende Teil, nicht der materielle Wert. Häufig sprechen vorallem kleinere Kinder diese Sprache. Sie malen, basteln und kreiren Geschenke für Ihre Umwelt als Ausdruck ihrer Liebe. Dein Teenager malt dir mit großer Wahrscheinlichkeit keine Wachmalbilder mehr aber vielleicht spricht auch er diese Sprache und du hast es bisher nicht gehört? Wie reagiert dein Kind, wenn du ihm ein für ihn persönlich passendes Geschenk machst? Möglicherweise spricht dein Kind diese Sprache und du als Elternteil hast hier noch Entwicklungspotential? Es geht hier nicht um immer teurer, immer mehr, immer besser! Es geht um die kleinen Aufmerksamkeiten im Alltag.

# 4: Hilfsbereitschaft

Hier geht es um die Gefälligkeiten, die man aus Liebe zum anderen tut. Kinder mit dieser Sprache möchte dem anderen eine Freude bereiten, indem sie ihm etwas Gutes tun. Aussgen wie „wenn ich dir helfen kann, dann sag mir bitte Bescheid“ zählt häufig zu den Aussagen der Kinder mit dieser Liebessprache.

Kinder mit dieser Sprache helfen gerne und zeigen ihrem Umfeld auf diese Art, dass sie sie lieben. Auch hier geht es nicht um die Größe einer Hilfeleistung. Bei deinem Kind können das scheinbar selbsverständliche Hilfen sein: Kochen, den Tisch decken, Zimmer aufräumen, Einkäufe hineintragen, Kaffee ans Bett bringen.
Bleibe hier achtsam! Mag sein, dass dein Kind zum ersten Mal die Wäsche macht und dabei etwas verfärbt.  Doch wenn du seine Sprache verstehst und darauf achtsam und umsichtig umgehtst, dann fördert dies eure Nähe ungemein. Es wäre, wenn dein Kind diese Sprache spricht, fatal, wenn du sagen würdest „Was kannst du eigentlich? Lass mich das machen. Wenn dich dein Kind in deiner Liebessprache anspricht, sei nachsichtig.

# 5: Zärtlichkeit

Es gibt Kinder, für die sind Umarmungen, Berührungen  und Körperkontakt die Sprache der Liebe. Ohne solche Zärtlichkeit fühlen sich Kinder dieser Sprache ungeliebt. Berührungen sind fast lebensnotwendig. Vielen Teenagern ist diese Sprache der Liebe zu gewissen Zeiten sehr unangenehm und peinlich. Vorallem Jungs lassen diese Art der Zuneigung länger nicht zu. Doch du kennst dein Kind am besten. Wenn es diese Sprach spricht, dann kommuniziere mit ihm hierüber aber in kleineren Dosen – ein kleichtes Schulterklopfen, eine kurze Berührung am Haar, kleine unauffällige Gesten, die nicht peinlich sondern wärmend sind.

Das Dilemma in Familien ist oft, dass im schlimmsten Fall alle eine andere Sprache sprechen. Da ist z.B. der Vater,  der die Sprache der Hilfbereitschaft spricht und sich für seine Familie aufarbeitet, die Mutter die eher auf dem Kanal von Lob und Anerkennung funkt und daher nur seine nicht gesprochenen Worte sieht als seine Taten. Und dann noch das Kind das sich nach Zweisamkeit sehnt, die Mutter aber so viel zu tun hat, dass sie stets noch andere Dinge erledigt, während der Sohn/die Tochter versucht, ihre Liebe zu bekunden. Daher sieh dir deine Familie an, höre zu und beobachte. Wer spricht welche Sprache am deutlichsten?

Ein Beispiel aus meinem eigenen Leben:

Mein Freund und ich sitzen ein paar Wochen nachdem er zu mir gezogen ist, auf der Couch. Ich war verunsichert und habe ihn gefragt „Schatz, du hast noch garnichts gesagt, gefällt dir denn das Zusammenleben?“ Er „Ich verstehe die Frage nicht, das siehst du doch. Ich tu hier doch wirklich viel“ „Ja aber woher soll ich denn wissen, ob es dir gefällt, wenn du nichts sagst?“ „Aber du siehst doch, was ich hier alles mache! Das ist doch mehr wert als nur Worte“

Na was denkst du ist meine Muttersprache und was seine?

Wie sind deine Erfahrungen? Wenn du magst, hinterlasse gerne ein Kommentar mit deinen Erfahrungen mit den Sprachen der Liebe.

2 Kommentare

  1. Die 5 Sprachen der Liebe habe ich entdeckt, als meine Tochter noch klein war und mich nachts regelmäßig um den Schlaf brachte, weil sie IMMER und IMMER Körperkontakt brauchte. Als ich verstanden hatte, dass das einfach ihr Grundbedürfnis ist, konnte ich viel besser damit umgehen!

    1. Danke für dein Feedback. Ja das ist ein sehr kraftvolles Wissen. Denn nicht jeder spricht die gleiche Sprache. Das ist schön, dass du deiner Tochter so gut zugehört hast!
      Liebe Grüße Kira

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