Warum spinnt mein Teenie so

#5: Warum spinnt mein Teenie in der Pubertät eigentlich so?

Wie sich die Launenhaftigkeit deines Teenagers erklären lässt und wie du in solchen Situationen Streit vermeidest das verrate ich dir hier.

Der Beginn der Pubertät Kindes leitet Umbaumaßnahmen im Gehirn ein. Während der Kleinkindzeit ist der Wachstumsprozess auf die Quantität ausgerichtet: Es sollen so viele Verknüpfungen wie möglich entstehen und dabei alle Informationen und Eindrücke  verarbeitet werden. Mit der Pubertät ändert sich die Ausrichtung hin zur Qualität. All die gebildeten Stränge werden auf ihre momentane Notwendigkeit geprüft und nach dem Prinzip ,,Use it or lose it“ vorrübergehend aussortiert. Alle nicht benutzen Gehirnbereiche werden abgeschaltet, um sich auf die Bereiche zu konzentrieren, die gebraucht werden.

Um diesen biologischen Vorgang besser zu verstehen möchte ich dir drei Gehirnareale vorstellen.

  1. Der präfrontale Cortex ist für das logische Denken, Planungen und die rationale Problemlösung zuständig.
  2. Die Amygdala ist das Emotionszentrum (Tipp:  Der Film Alles steht Kopf  zeigt auf großartige Weise, wie die Amygdala funktioniert)
  3. Das Die Ausschüttung des Belohnungshormons Dopamin wirkt motivierend und zufriedenstellend.

Zu Beginn der Pubertät fährt sich das Gehirn der Jugendlichen bildlich gesprochen einmal herunter und geht dann vom Nacken aufwärts wieder Stück für Stück online. Das kannst du dir wie am Anfang eines langes Ganges vorstellen, in dem eine Lampe nach der anderen zu leuchten beginnt.

Das heißt Jugendlichen fehlt die ausgleichend rationale Instanz des präfrontalen Cortex. Dieser wirkt bei voller Funktionstüchtigkeit beruhigen auf die Amygdala ein. Aber solange er noch offline ist, strömen alle Emotionen ungefiltert nach Außen und es kommt zu impulsiven Gefühlsausbrüchen, die für uns Eltern oft  unnachvollziehbar sind.

Was kannst du tun?

Gehirnareale, die regelmäßig benutzt werden, werden nicht abgeschaltet. Für jemanden der beispielsweise im Teamsport ständig mit Disziplin konfrontiert wird, ist es einfacher sich in risikobehafteten Situationen darauf zu berufen, als für jemanden der vollkommen ungeübt darin ist. Du tust deinem Teenager also einen großen Gefallen, indem du ihn einen größtmöglichen Ressourcenvorrat schaffen lässt.

Deine Aufgabe als Elternteil ist es außerdem, nicht alles was dein Kind sagt persönlich zu nehmen und nicht zurückzuschießen solange dein Kind sich in einem Emotionsausbruch befindet. Nachdem dein Teenager sich beruhigt hat, ist es aber vollkommen berechtigt ihm die Konsequenzen seines Verhaltens vor Augen zu führen und mit ihm offen über deine und seine Emotionen zu sprechen.

Also tief durchatmen und bis 10.000 zählen. Und wenn dein Kind mal wieder total austickt und du dir denkst „warum spinnt mein Kind eigentlich so?“ dann stell dir einfach vor, wie noch nicht alle Lichter im Flur an sind… 

Mehr dazu in dieser Podcastfolge.

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